Semperpreis für nachhaltiges Bauen

Ökologisches Bauen

      Christoph Ingenhoven, Jahrgang 1960, zählt zu den international führenden Architekten, die sich für nachhaltiges Bauen einsetzen. Der gebürtige Düsseldorfer studierte an der RWTH Aachen und bei Hans Hollein an der Düsseldorfer Kunstakademie. Sein Büro baute unter anderen das RWE-Hochhaus in Essen, das zu den weltweit ersten Hochhäusern mit einer Doppelfassade zur natürlichen Be- und Entlüftung der Büroflächen zählt.

      Das umfangreiche Konzept und die Entwürfe für den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof – auf Befragen das ihm persönlich bedeutendste Projekt – ging mit dem ersten Preis aus einem internationalen Architekturwettbewerb hervor. Trotz ihrer unterirdischen Lage wird die natürlich beleuchtete Bahnhofshalle mit Helligkeit und visueller Offenheit bestechen. Als Null-Energie-Bahnhof werden die Energien für das gesamte Bauwerk autark aus Grundwärme, Luftströmen der Tunnel und Photovoltaikanlagen erzeugt.

      Bei seinem Lufthansa Aviation Center am Frankfurter Flughafen setzte Ingenhoven für die Fassaden zertifizierte Hölzer ein. Als Null-Plus-Gebäude zeichnen sich aus das Rathaus in Freiburg im Breisgau, das mit Solarzellen-Fassadenverkleidung mehr Energie erzeugt als es verbraucht. In Sydney spart täglich das Abwasseraufbereitungssystem eines Bürokomplexes der ‚ingenhoven architects‘ spart 100.000 Liter Frischwasser. In Singapur entstand ein riesiger Geschäfts- und Wohnkomplex, dessen Baumassen an den Rändern sehr dicht konzentriert sind, um die freie Mitte als „grünes Herz“ auszubilden. Das mögliche Übererfüllen ökologischer Standards wie solcher Bauherrenvorgaben ist ein weiteres Merkmal der Ambition des preisgewürdigten Architekten Christoph Ingenhoven.

      Der nach dem im 19. Jahrhundert in Dresden tätigen Baumeister Gottfried Semper (1803-1879) benannte Preis wurde seit 2007 bis 2015 bienal von der Sächsischen Akademie der Künste gemeinsam mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) und dem Energieunternehmen Vatenfall als Preisstifter vergeben. Er war mit 25.000 Euro dotiert. 2019 erfolgte die Verleihung erstmals undotiert und ohne Stifter. "Wir suchen einen neuen Förderer", ist ein Aufruf der Akademie. 

www.ingenhovenarchitects.com
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